12.–19. Juni 2026 · Frankfurt am Main
Das Internationale Frankfurter Türkische Filmfestival 2026 — Ein Rückblick
Unter dem Motto „Die gemeinsame Sprache der Kulturen: Kino" feierte das Festival acht Tage lang die universelle Kraft des Films. Filmbegeisterte aus Frankfurt und der gesamten Rhein-Main-Region erlebten ein vielseitiges Programm aus Filmvorführungen, Publikumsgesprächen, Panels, Künstlerbegegnungen und Preisverleihungen.
Festivalpreise
Die Gewinner des TFF 2026
“Die universelle Sprache des Kinos verbreitete sich von Frankfurt in die Welt.”
Rückblick
Das Internationale Frankfurter Türkische Filmfestival, eines der traditionsreichsten und langlebigsten türkischen Filmereignisse Europas, brachte im Juni 2026 Filmbegeisterte aus Frankfurt und verschiedenen Städten der Rhein-Main-Region an derselben Leinwand zusammen. Unter dem Motto „Die gemeinsame Sprache der Kulturen: Kino" feierte das Festival acht Tage lang die universelle Kraft des Films. Mit einem vielseitigen Programm, das von Filmvorführungen über Publikumsgespräche, Panels und Künstlerbegegnungen bis hin zu Branchentreffen, gesellschaftlichen Projekten und Preisverleihungen reichte, stand die verbindende Kraft des Kinos im Mittelpunkt.
Das Festival brachte bedeutende Persönlichkeiten der türkischen und deutschen Filmwelt auf einer gemeinsamen Plattform zusammen und unterstrich erneut seine Rolle als eine der wichtigsten Filmveranstaltungen Europas sowie als Brücke des interkulturellen Dialogs.
Pressekonferenz & Eröffnung
Im Rahmen einer Pressekonferenz in Frankfurt wurde das Festivalprogramm der Öffentlichkeit vorgestellt. Frankfurter Stadtverordneter Christian Setzepfand hob die kulturelle Bedeutung des Festivals für das städtische Leben hervor. Festivaldirektor Hüseyin Sıtkı betonte, dass sich das Festival in den vergangenen Jahren zu einer wichtigen Brücke des Dialogs zwischen unterschiedlichen Gesellschaften entwickelt habe. Besondere Schwerpunkte des diesjährigen Programms waren Migration, Zugehörigkeit, gesellschaftlicher Wandel und kulturelle Vielfalt.
Wettbewerbsfieber von Istanbul nach Frankfurt
Bereits vor Festivalbeginn wurden die Wettbewerbsbeiträge in den Kategorien Spielfilm, Dokumentarfilm und Kurzfilm von einer Vorauswahljury nominiert. Auf Grundlage der Bewertungen einer Fachjury, bestehend aus Regisseurinnen und Regisseuren, Schauspielerinnen und Schauspielern, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Filmkritikerinnen und Filmkritikern, wurden die Finalisten bekannt gegeben. Bei der Festivalpräsentation in Istanbul wurden die Wettbewerbssektionen erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.
Die Ehrenpreise wurden für ihre langjährigen und wertvollen Verdienste um das türkische Kino an Vahide Perçin, Erdal Özyağcılar, Sibel Kekilli, Ayten Uncuoğlu, Tamer Yiğit und Coşkun Göğen vergeben. Zudem wurde bekannt gegeben, dass der Erfolgspreis an Merve Dizdar verliehen wird und der Treuepreis zu Ehren des unvergessenen Schauspielers Yılmaz Zafer überreicht wird.
Eröffnungsabend
Bei einer glanzvollen Gala in Frankfurt wurde das Festival feierlich eröffnet. Durch den Abend führten Yekta Kopan und Ebru Susur Atlı. Ein besonderer Höhepunkt war die Vorführung eines Dokumentarfilms von Regisseur Gökhan Mumcu, der die 25-jährige Geschichte des Festivals beleuchtet. In seiner Eröffnungsrede betonte Festivaldirektor Hüseyin Sıtkı, dass sich das Festival nach mehr als einem Vierteljahrhundert längst über eine reine Filmveranstaltung hinaus entwickelt habe und heute ein internationaler Treffpunkt des kulturellen Austauschs sei.
Zu den bewegendsten Momenten des Abends gehörte die Verleihung des Treuepreises zu Ehren des unvergessenen Schauspielers Yılmaz Zafer. Die Auszeichnung wurde von seiner Ehefrau Perihan Savaş und seinem Sohn Savaş Zafer entgegengenommen. Die emotionale Dankesrede von Perihan Savaş wurde vom Publikum mit langanhaltendem Applaus gewürdigt.
Sibel Kekilli im Gespräch über Identität und Migration
Ehrenpreisträgerin Sibel Kekilli traf im Deutschen Filmmuseum auf das Publikum. In einem offenen Gespräch sprach sie über ihre persönlichen Erfahrungen zwischen zwei Kulturen. Kekilli erklärte, dass Geschichten über Migration sie seit jeher besonders berühren. Obwohl sie in Deutschland geboren und aufgewachsen sei, bleibe ihre türkische Identität ein unverzichtbarer Teil ihres Lebens. Zudem betonte sie, dass Diskriminierung nicht nur Menschen türkischer Herkunft betreffe, sondern eine Erfahrung sei, die viele Menschen unterschiedlicher Herkunft teilen. Die Veranstaltung gehörte zu den meistbesuchten Programmpunkten des Festivals.
Künstlerinnen, Künstler und Publikum begegneten sich
Die zahlreichen Filmvorführungen mit Publikumsgesprächen boten Besucherinnen und Besuchern die Gelegenheit, Filmschaffende persönlich kennenzulernen. Şebnem Bozoklu traf bei der Sondervorführung „Gelin Takımı" auf das Frankfurter Publikum, während auch Ozan Akbaba, Hauptdarsteller des Eröffnungsfilms „Bak Postacı Geliyor", auf großes Interesse stieß. Hazal Türesan, Yetkin Dikinciler, Nebil Özgentürk, Seyfettin Tokmak, Murat Fıratoğlu, Emine Emel Balcı, Dilde Mahalli, Şeyhmus Altun, Hasan Tolga Pulat und Ömer Evre gewährten in anschließenden Gesprächen spannende Einblicke in die Entstehung ihrer Filme.
Hazal Türesan bezeichnete ihre Rolle als Remziye im Film „Bildiğin Gibi Değil" als eine der anspruchsvollsten ihrer Karriere. Yetkin Dikinciler hob hervor, dass Kino weit mehr ist als ein Medium der Leinwand — es ist ein Raum des Austauschs, der Menschen zum Nachdenken anrege und gemeinsame Erfahrungen schaffe.
Auch die Förderung junger Filmschaffender blieb wichtiger Bestandteil des Festivals. Der Kurzfilm von Sevgi Şanlı, einer Finalistin des Interuniversitären Kurzfilmwettbewerbs, wurde bei einer Spielfilmvorführung präsentiert und verdeutlichte erneut die Mission des Festivals, Nachwuchstalenten Sichtbarkeit zu verschaffen.
Branchendialoge & besondere Produktionen
Zu den herausragenden Produktionen des diesjährigen Programms gehörte die Dokumentation „Madelet" von Nebil Özgentürk, die die Lebensgeschichte der Republikanerin Madelet Grabbe Başusta erzählt und in Anwesenheit von Nebil Özgentürk sowie Hüseyin Başusta präsentiert wurde. Auch die Produktionen „Parçalı Yıllar", „Tavşan İmparatorluğu", „Hemme'nin Öldüğü Günlerden Biri", „Buradayım İyiyim" und „Aldığımız Nefes" stießen auf großes Interesse.
Im Rahmen des Festivals fand ein Deutsch-Türkisches Treffen von Regisseurinnen, Regisseuren, Produzentinnen und Produzenten statt. Im Mittelpunkt standen Fragen internationaler Koproduktionen, neuer Kooperationsmöglichkeiten sowie der kulturelle Austausch zwischen der deutschen und türkischen Filmbranche. Regisseur Uğur Sofu moderierte zudem ein Panel „Barrierefreies Kino", das Zugänglichkeit und gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am kulturellen Leben in den Fokus rückte.
Frankfurt und die gesamte Rhein-Main-Region
Das Festival beschränkte sich nicht allein auf Frankfurt. Mit Veranstaltungen in Offenbach, Wiesbaden, Dietzenbach, Neu-Isenburg und weiteren Städten der Rhein-Main-Region entwickelte sich das Filmfestival erneut zu einem kulturellen Ereignis für die gesamte Region. Open-Air-Kinoabende, Autokino-Vorführungen sowie Filmveranstaltungen in Schulen, Seniorenheimen und Justizvollzugsanstalten ermöglichten es, das Kino zu den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Gruppen zu bringen.
Publikumspreis für Aslıhan Gürbüz
Der Publikumspreis 2026 wurde an die erfolgreiche Schauspielerin Aslıhan Gürbüz verliehen, die mit ihrer Rolle im Film „Mukadderat" die Herzen der Zuschauerinnen und Zuschauer gewann.
Die Auszeichnung, die auf den Stimmen des Festivalpublikums basiert, würdigt nicht nur eine herausragende schauspielerische Leistung, sondern auch die besondere Verbindung zwischen Künstlerin und Publikum. Mit ihrer authentischen Darstellung und ihrer beeindruckenden Präsenz auf der Leinwand sicherte sich Aslıhan Gürbüz einen besonderen Platz in der Geschichte des Festivals.
Erfolgspreis für Merve Dizdar
Der Erfolgspreis des Festivals wurde an Merve Dizdar verliehen, die das türkische Kino mit ihren internationalen Erfolgen weltweit repräsentiert.
In ihrer Dankesrede betonte Dizdar, dass Festivals vor allem deshalb von besonderem Wert seien, weil sie Filmschaffende und Publikum zusammenbringen und einen gemeinsamen kulturellen Erfahrungsraum schaffen. Zugleich bedankte sie sich beim Festivalteam für dessen engagierte Arbeit.
Besondere Anerkennung für Yetkin Dikinciler
Für seine langjährige Unterstützung und seine wertvollen Beiträge zum Festival wurde der renommierte Theater- und Filmschauspieler Yetkin Dikinciler mit einer Ehrenplakette ausgezeichnet.
Vorhang fällt — Geschichte geht weiter
Das Internationale Frankfurter Türkische Filmfestival hat auch in diesem Jahr eindrucksvoll gezeigt, dass es weit mehr ist als eine Plattform für Filmvorführungen. Es ist ein internationaler Begegnungsort, der den interkulturellen Dialog stärkt, gesellschaftliche Teilhabe fördert und die verbindende Kraft der Kunst sichtbar macht. Mit seinem vielfältigen Programm brachte das Festival über acht Tage hinweg Künstlerinnen und Künstler, Filmschaffende und Kinobegeisterte unterschiedlichster Herkunft zusammen und festigte damit seine Position als wichtigstes Schaufenster des türkischen Kinos in Europa.
Gestützt auf die Erfahrung von erfolgreichen Jahren wird das Festival auch künftig neue Kooperationen fördern, junge Talente unterstützen und den kulturellen Austausch zwischen den Gesellschaften weiter stärken. Der Vorhang ist gefallen — doch die Begegnungen, Gespräche, Freundschaften und Kooperationen, die während dieser Tage entstanden sind, werden weit über das Festival hinaus wirken.
Dank
Unser besonderer Dank gilt allen Institutionen und Partnern, die zur Realisierung dieses bedeutenden Kulturereignisses beigetragen haben — insbesondere dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, dem Kulturamt der Stadt Frankfurt sowie dem Kulturfonds Frankfurt RheinMain. Ebenso danken wir unserem Projektpartner in der Türkei, dem von Taha Feyizli geleiteten Verein für Interkulturellen Dialog (KADİM), sowie allen Sponsoren und Unterstützern, darunter Porsche Frankfurt, Alpha Baustoffe GmbH, İnoğlu Holding, Marmara Taksim, Anatolia, Platz im Herzen, Deku Catering, Tumuratas Group, Rent Stop und Bestgraphic.
Ein besonderer Dank gilt darüber hinaus allen Teammitgliedern in Deutschland und der Türkei, die mit großem Engagement und persönlichem Einsatz zur Vorbereitung und erfolgreichen Durchführung des Festivals beigetragen haben.
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